Sportwetten Lizenzen in Deutschland

Vielleicht haben Sie bereits davon gehört oder es beim Wettanbieter Ihres Vertrauens gelesen, es wird aktuell über einen neuen Glücksspielvertrag verhandelt. Dieser wird sowohl für die Buchmacher als auch für Sie einige erfreuliche sowie weniger schöne Änderungen parat halten. Hier informieren wir Sie über alles Wissenswerte rund um das Thema Glücksspielstaatsvertrag/ Sportwetten Lizenzen in Deutschland.

Infos zu Wetten und Lizenzen in Deutschland samt GlüStV

Übersicht

Der neue Glücksspielstaatsvertrag – Alle Infos zu Wetten & Lizenzen

Der neue Vertrag (Abkürzung GlüStV) soll im Juli 2021 in Kraft treten. Noch aber ist nicht absehbar, ob diese Deadline eingehalten werden kann. Aktuell gibt es eine Art Übergangslösung, die besagt, dass momentan nur Wettanbieter mit Deutscher Lizenz am Markt aktiv sein dürfen. Daraufhin haben sich einige Anbieter um eine deutsche Wettlizenz beworben, andere haben sich zurückgezogen.

Doch welche Buchmacher haben eine Sportwetten Lizenz in Deutschland? Welche Auswirkungen hat der Glücksspielvertrag? Hier sehen Sie eine Liste aller Wettanbieter die bisher eine Sportwetten Lizenz in Deutschland erhalten haben.

Buchmacher Sitz zum Review
Admiralbet Reilingen (Deutschland) Admiralbet Erfahrungen
bet-at-home St. Julians (Malta) nicht verfügbar
Bildbet Valetta (Malta) nicht verfügbar
Bwin Valetta (Malta) Bwin Erfahrungen
XTip Birkirkara (Malta) XTip Erfahrungen
Gamebookers Valetta (Malta) nicht verfügbar
Neo.bet St. Julians (Malta) nicht verfügbar
Bet365 Ta’Xbiex (Malta) Bet365 Erfahrungen
Wettarena Birkirkara (Malta) nicht verfügbar
Bet3000 Mosta (Malta) Bet3000 Erfahrungen
Interwetten Ta’Xbiex (Malta) nicht verfügbar
Jaxx Lustenau (Österreich) nicht verfügbar
Ladbrokes Valetta (Malta) nicht verfügbar
Sportingbet Valetta (Malta) nicht verfügbar
Tipico St. Juliens (Malta) Tipico Erfahrungen
Tipbet Valetta (Malta) nicht verfügbar
Tipwin Paola (Malta) nicht verfügbar
Hpybet Birkirkara (Malta) nicht verfügbar

letztes Update: 11. November 2020 (Infos von https://innen.hessen.de/sites/default/files/media/hmdis/white_list_1_0.pdf)

Seit dem 15. Oktober gilt ein Übergangsvertrag, über den die Bookies nur zwei Wochen zuvor, am 1.Oktober 2020, informiert wurden. In diesem Übergangsvertrag sind unter anderem folgende Punkte geregelt, die die Buchmacher binnen dieser kurzen Frist umsetzen sollten. Dies hat so natürlich nicht ganz funktioniert, was zu allerlei Fragen, Chaos und Ratlosigkeit geführt hat. Wir bringen hier ein wenig Licht ins Dunkel und zeigen Ihnen die wichtigsten Punkte des aktuell geltenden Übergangsvertrages.

1.000€ Einzahlungslimit

Die Unübersichtlichkeit nimmt weiter seinen Lauf, denn es ist nicht klar, ob dieses Limit pro Kunde und Wettanbieter gilt oder aber pro Kunde für alle Wettanbieter. Geplant war eine optionale Erhöhung dieses Limits, bei entsprechendem Nachweis des Einkommens, bzw. Vermögens. All dies hat natürlich datenschutzrechtliche Grenzen und wirkt auf den ersten Blick nicht ganz zu Ende gedacht. Hier wird noch debattiert und gestritten, eine endgültige Lösung ist nicht in Sicht.

Keine Ereigniswetten mehr

Ereigniswetten sind beispielsweise Wetten auf Karten, Eckbälle oder Torschützen. Diese sollten eigentlich ab dem 15.10.2020 verboten und nicht mehr verfügbar sein. Fakt ist aber, der Großteil aller Wettanbieter hat jene Ereigniswetten noch immer im Angebot. Dies hängt höchstwahrscheinlich mit dem Mangel an Zeit zusammen, die den Bookies zur Umsetzung der neuen Vorgaben gewährt wurde. Darüber hinaus aber bedeutet der Wegfall zahlreicher sehr beliebter Wetten (wie z.B. erster/ letzter/ beliebiger Torschütze) für die Buchmacher auch erhebliche Umsatzeinbußen. Das letzte Wort ist auch hier nicht gesprochen.

5 Millionen Euro Rücklagenpflicht für Wettanbieter

Der neue Glücksspielstaatsvertrag sieht vor, dass alle Anbieter mit einer Sportwetten Lizenz in Deutschland 5 Millionen Euro sicher hinterlegt haben und gleichzeitig sämtliche Spielergelder separat verwahrt werden müssen. Für Sie als Sportwetter sind dies natürlich sehr gute Neuigkeiten, denn selbst im Falle einer Insolvenz wären Ihre Einlagen und damit auch deren Auszahlung gesichert. In der Realität aber dürften zahlreiche Wettanbieter erhebliche Probleme damit bekommen, solch drastische Änderungen umzusetzen. Zum einen werden die Einnahmen durch das neue Einzahlungslimit verkleinert, zum anderen wird zusätzlich auch das Wettangebot erheblich reduziert, was zu weiteren Umsatzeinbrüchen führen dürfte.

Die Nichteinhaltung dieser Vorgaben soll zudem mit Strafen von bis zu 500.000€ geahndet werden. Unnötig zu erwähnen, dass dies viele kleinere Buchmacher abschrecken und vom Markt verdrängen wird. Eine solche Verkleinerung des Wettbewerbs könnte sich früher oder später auch in weniger attraktiven Quoten widerspiegeln.

Kein zeitgleiches Einloggen bei mehreren Anbietern mehr

Zusätzlich sollen alle Logins sowie Wettabgaben zentral überwacht und gespeichert werden. Wie genau dies umsetzbar und datenschutzrechtlich vertretbar sein soll, bleibt abzuwarten.

Einrichtung eines Panik-Knopfes

Jeder Wettanbieter mit deutscher Lizenz muss verpflichtend einen Panikknopf einrichten und bereitstellen, mit dem ein Spieler sich selbst und sofort sperren kann. Damit soll das Aufhören, bzw. Aussteigen vereinfacht werden, sobald einem Sportwetten-Spieler leise Zweifel kommen. Keine schlechte Idee, wie wir finden.

Infos zur Lizenzvergabe

Nachdem ein Sportwettenanbieter geklagt und vor Gericht erwirkt hat, dass das Lizenzvergabeverfahren aufgrund von Intransparenz erheblich gelockert wurde, haben sich bereits einige Buchmacher auf dem deutschen Markt zurückgemeldet. Andere Anbieter wie beispielsweise Mr.Green Deutschland wiederum warten, bis der nunmehr vierte Glücksspielvertrag in Kraft tritt und bieten bis dahin keine Wetten für Kunden aus Deutschland (wobei bereits eine Änderung in Aussicht steht – denn der Buchmacher ist über mrgreen.de bereits erreichbar) an.

Da Glücksspiel in Deutschland prinzipiell auf Länderebene reguliert wird, dürfte es der neue Glücksspielstaatsvertrag auf Bundesebene nicht leicht haben. Wie schon in der Vergangenheit, könnten einige Länder dem Gesetzesentwurf nicht zustimmen und ihn somit unmöglich machen. Nach dem Sportwetten-Boom der letzten Jahre aber scheint die Notwendigkeit neuer bundesweiter Regularien in allen Länderparlamenten erkannt und momentan auch explizit erwünscht zu sein.

Dass nicht wenige Wettanbieter noch relativ entspannt dem neuen Sportwetten Lizenz Vertrag entgegenblicken, hat seine guten Gründe. Zahlreiche offensichtlich in relativer Eile entworfene Paragraphen verstoßen gegen eine große Anzahl anderer bestehender Gesetze.

Was ist der Glücksspielvertrag?

Im Juli 2021 soll Stand jetzt der mittlerweile vierte Glücksspielstaatsvertrag in Kraft treten. Dieser soll auf Bundesebene zum einen den Spielern mehr Sicherheit bieten, zum anderen soll er den Markt und die einzelnen Wettanbieter regulieren. So soll beispielsweise ein Einzahlungslimit von 1.000€ eingeführt werden, wobei noch nicht klar ist, ob dieses Limit pro Kunde und Wettanbieter oder für alle Wettanbieter gilt. Diese Limits und auch Logins sollen mit einem neuen Sperrsystem mit dem klangvollen Namen „OASIS“ (Onlineabfrage Spielerstatus) kontrolliert werden.

Buchmacher ohne gültige deutsche Wettlizenz sollen mittels Geoblocking in Deutschland gesperrt werden. Das System erkennt anhand der IP ob Sie sich aus Deutschland bei einem nichtlizensierten Bookie anmelden möchten und wird dies gegebenenfalls verhindern.

Der neue Glücksspielvertrag – Risiken & Nebenwirkungen

In Zukunft soll es keine Willkommensangebote wie den Tipico Bonus für Neukunden mehr geben. Da wie erwähnt darüber hinaus auch eine Vielzahl an Wettarten verboten werden soll, besteht das Risiko, dass Sportwetten deutlich uninteressanter werden. Mit den erst vor kurzem eingeführten Wettkonfiguratoren konnten Wettfreunde bislang unattraktive Quoten auf den Favoriten mit weiteren Auswahlen wie zum Beispiel „Lewandowski erzielt das erste Tor“ deutlich erhöhen und so die Wette erst interessant gestalten. Fallen all diese Optionen weg, leidet nicht nur der potentielle Gewinn, sondern vor allem auch der Spaß am Wetten.

Sollte die momentan geplanten Rücklagenpflicht von mindestens 5 Millionen Euro, das Einzahlungslimit von 1.000€ und die Verbote zahlreicher Wettarten wirklich durchgesetzt werden, müssten die Wettanbieter mit erheblichen Umsatzeinbußen und damit gravierenden finanziellen Problem rechnen. Es kann davon ausgegangen werden, dass dies sich früher oder später in den Ihnen gebotenen Quoten widerspiegeln würde.

Des Weiteren ist damit zu rechnen, dass sich nach Paypal auch einige weitere Zahlungsdienstleister aus dem Glücksspielsektor zurückziehen werden. Auch Vielspieler dürften aufgrund des neuen Einsatzlimits vor einige Probleme gestellt werden.

Ähnlich wie zu Zeiten der Prohibition werden so illegale, bzw. nicht regulierte Märkte gefördert. Zwielichtige Hinterzimmer-Buchmacher dürften bei vermögenden Kunden mit hohen Einsätzen wieder an Bedeutung gewinnen und können erneut wie Pilze aus dem Boden schiessen.

Neuigkeiten zum Glücksspielvertrag

Es ist momentan schwer zu sagen, ob der neue Glücksspielstaatsvertrag standhält oder nicht. Die 16 Bundesländer Deutschlands sind sich aktuell über die Notwendigkeit eines neuen GlüStV einig, die Frage ist aber auch, in welcher Form er letztendlich ratifiziert wird. Damit der Vertrag zustande kommt, müssen den Entwurf mindestens dreizehn von 16 Ländern unterzeichnen.

9.11.2020 – Bethard zieht sich vom deutschen Markt zurück

4.11.2020 – Mit Interwetten, Bet-at-Home und Bet3000 haben drei weitere Bookies die deutsche Wettlizenz erhalten

23.10.2020 – BetVictor ist offline und wird zu BildBet. Die neue Seite soll schon Mitte Dezember starten

22.10.2020 – Xtip bietet keinen Willkommensbonus mehr an

19.10.2020 – STSbet akzeptiert keine Spieler mehr mit Wohnsitz in Deutschland

15.10.2020 – Ohmbet ist insolvent. Wer noch Geld auf seinem Ohmbet Konto hat, sollte versuchen es schnellstmöglich auszahlen zu lassen